Sport-Wettbewerbe mit Sony Systemkameras fotografieren

Vor- und Nachteile von Sony Systemkameras beim Fotografieren von Inline- und Radsport.

Alex mit seinen Sony Systemkameras

Meine Erfahrungen mit der Sony A7 und der Sony A6000 beim Fotografieren der Paracycling Tour 2016 (Handbike/Fahrrad) und der Tour de Skate (Inline Skates).Die Foto Highlights dazu findet ihr in meinem zweiten Artikel.

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Technische Details

Fotografiert habe ich mit folgender Ausrüstung:

Sony A7 *
Sony A6000 *
Zeiss Batis 85mm F1.8 *
Sony Zeiss FE 16-35 F4 *
Sony HVL-F43M Systemblitz *

Die Objektive habe ich je nach Bedarf gelegentlich zwischen den Kameras hin und her gewechselt um entweder mehr Tiefenunschärfe (85mm auf Vollformat), mehr Tele (85mm auf APS-C) oder mehr Weitwinkel (16mm auf Vollformat) zu bekommen. Die Dynamic Range war manchmal auch ein Grund die A7 zu verwenden, wobei das eher nebensächlich war, da die A6000 auch einen beachtlichen Dynamik-Umfang hat.

Vor- und Nachteile der Sony Systemkameras beim Fotografieren von Radsport

Es gibt ein paar Punkte, die mich sehr begeistert haben an den Sony Systemkameras, und ein paar wenige Punkte die Gewöhnungsbedürftig oder gar störend waren. Im Folgenden werde ich auf die Eigenheiten der Systemkameras eingehen.

Digitaler Sucher

Einmal hat mir der digitale Sucher übertrieben ausgedrückt das Leben gerettet. Ich war gerade beim Fotografieren der Siegerehrung als ich an der Foto-Vorschau im Sucher erkannt habe, dass der Blitz plötzlich aufgehört hat auszulösen. Kurz kontrolliert, Blitz aus- und wieder eingeschaltet und ich konnte das Foto noch schnell wiederholen, dessen Gelegenheit ansonsten nicht wieder gekommen wäre.

Blitz ausgefallen bei der Siegerehrung
Blitz ausgefallen – Oben ohne Blitz und unten mit Blitz

Was auch ein großer Vorteil des digitalen Suchers war: Ich konnte bei strahlender Mittagssonne die Fotos durchblättern und kontrollieren. Auf dem Klapp-Display war nicht viel zu erkennen, im Sucher jedoch schon.

Ein Nachteil des Suchers ist, dass bei Serienbildaufnahme zwischen den Fotos kurz schwarz zu sehen ist. Soweit ich weiß wurde das jetzt bei der Sony A6300 behoben, sodass man jetzt auch während der Serienbildaufnahme beim mitziehen eines vorbeifahrenden Sportlers das Motiv nicht aus dem Bild verliert.

Ich habe das für mich so gelöst, dass ich kaum mehr Serienbildaufnahmen gemacht habe und stattdessen mitgezogen bin und 1-2 mal abgedrückt habe wenn ich den Moment für gut befunden habe. Anders hätte ich wohl noch viel viel mehr Fotos zum aussortieren gehabt und wäre noch länger bei der Nacharbeit gesessen.

Autofokus

Selten lag der Autofokus daneben und er war schnell genug, dass ich nie auf den Fokus warten musste. Wenn er bei der Serienbildaufnahme daneben lag, dann blieb er auch für den Rest der Serie daneben. Die meiste Zeit war ich jedoch sehr zufrieden mit dem Autofokus auf „Wide“ (nicht Spot) und mit Face-Detection aktiviert (die jedoch in der Hitze des Gefechts nicht all zu oft zum Tragen kam und manchmal auch störte wenn sie das falsche Gesicht anvisierte).

Wasserwaage

Was ich im laufe der fünf Tage zu schätzen gelernt habe war die eingebaute Wasserwaage der Sony A7! Nachdem ich an den ersten Tagen bei der Nachbearbeitung doch immer wieder gemerkt habe, dass ich gelegentlich (meist einhändig) schief fotografiert hatte, habe ich mir angewöhnt die Wasserwaage im Sucher zu aktivieren und auch darauf zu achten. Damit habe ich mir in der Nachbearbeitung Arbeit erspart die sich ganz schön summiert bei so vielen Fotos.

Gewicht

Nach fünf Tagen Dauereinsatz mit mehrmaligem Standort-Wechsel habe ich meine zwei Sonys lieben gelernt. Ich hatte immer eine Kamera an einem Black Rapid RS-Sport Kameragurt * und eine in der Camslinger Streetomatic * Hüft-Tasche.

Ausrüstung für Rad Fotografie
Ausrüstung für Paracycling Tour 2016

Fotografie Technik-Tipps

Weitwinkel-Action

Während scheinbar die meisten Fotografen mit dem riesigen Teleobjektiv irgendwo stehen und sich in die Action reinzoomen, habe ich für mich festgestellt, dass mir mehr die Weitwinkel-Aufnahmen gefallen für die man nah ran muss ans Geschehen.

Radfahrer in der Kurve
Radfahrer in der Kurve mit Weitwinkel (Sony A7 bei 16mm)

Blitz

Bei schönem Wetter ist ein Aufsteckblitz sehr empfehlenswert. Oft wird das Bild korrekt belichtet und das Gesicht ist zu dunkel oder man bekommt unschöne Schatten im Gesicht…

Walter Ablinger in der Kurve
Walter Ablinger am Handbike in der Kurve mit Blitz Verschlusszeit 1/160

Verschlusszeit

Um scharfe Fotos zu bekommen sollte man schon mindestens 1/320 verwenden und dabei trotzdem noch mitschwenken mit dem Motiv. Hin und wieder hab ich es auch mit z.B. 1/160 probiert, was manchmal funktioniert hat und ein schönes Geschwindigkeitsgefühl bringt durch den verwischten Hintergrund. Ansonsten habe ich am Ende meist um 1/640 herum fotografiert, da werden dann alle Bilder scharf und für Action-Aufnahmen bin ich dann manchmal runter gegangen in den Bereich 1/320-1/200. Ich habe übrigens meistens auf Verschlusszeit-Priorität fotografiert. ISO war automatisch auf 100, weil es draußen hell genug war und die Blende wurde entsprechend automatisch gewählt. Zusätzlich habe ich sehr viel mit der Belichtungskorrektur gearbeitet, die ja bei der Sony A7 ein eigenes, gut erreichbares, Drehrad hat.

Handbike schnell in der Kurve
Handbike in der Kurve mit 1/320 Verschlusszeit

Runter auf den Boden – aber nicht immer

Für Action und Nähe am Motiv kommt es meist gut tief runter zu gehen und von unten zu fotografieren. Allerdings hat das auch Nachteile. Gerade bei den Handbike-Fahrern bekommt man dann oft das Gesicht nicht aufs Bild und bei Gruppen von (Rad-)Fahrern ist es auch manchmal interessant eher hoch zu kommen um von weiter oben auch einen Blick über die Köpfe der vorderen Fahrer auf die hinteren zu bekommen.

Handbike Verfolgungsjagd
Handbike Action – runter auf den Boden

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